Familien-Treffen
13. August 2000



Schon am Samstag haben Basco und ich gedacht, daß da irgendetwas auf uns zukommt. Herrchen hat nämlich das Absperrgitter aus Frauchens Auto in sein Auto eingebaut. Zunächst einmal haben wir nur an einen Ausflug in die Feldmark gedacht. Das hat Herrchen nämlich schon öfter mit uns gemacht. Beim letzten Mal durfte ich sogar ohne Leine mit Basco auf den Äckern rumtoben. Aber am Samstag passierte nichts mehr.
Im Auto

Als Herrchen dann aber am Sonntag morgen hinten in das Auto Hundedecken gelegt hat und unsere Leinen auf den Rücksitz kamen, Napf und Wasser ebenfalls eingeladen worden, wußten wir, heute ist es soweit und wir sind einfach mal ins Auto gesprungen. Sicher ist sicher!

Ja und dann ging's los. Aber nicht in die Feldmark. Wir sind gefahren und gefahren und jede Menge Autos waren unterwegs. Ich hab mich immer wieder ans Fenster gestellt und geguckt.

Irgendwann hat Herrchen dann mal gesagt, daß er mal muß. Als wir dann ein Plätzchen gefunden hatten, durften wir mit raus. Basco wußte gleich, was das zu bedeuten hatte und hat sich gleich in die Büsche verdrückt. Ich hatte allerdings für solche Kleinigkeiten keine Zeit und hab mich erstmal auf die Wanderschaft gemacht. War aber ein kurzer Ausflug, Herrchen hat mich kurz vor einem Hühnerstall noch erwischt. Dann ging's weiter, aber nicht mehr sehr lange. Als wir ausgestiegen sind, habe ich gleich ganz viele Hunde gesehen, die alle so aussahen wie Basco und ich. Bei den Hunden waren auch viele Menschen. Wir waren nämlich bei den Menschen von meiner Mama Bella und meinem Bruder Arni angekommen. Im Garten bei Fam. WeissUnd das, was da stattfand, war unser Welpentreffen. Ich wußte gar nicht, nach wem ich zuerst gucken sollte, nach meinen Erst-Menschen oder den Hunden. Ich hab es dann genommen, wie sie mir in die Nähe gekommen sind. Selbst mein guter alter Basco war ganz aus dem Häuschen. Das war ein Gerenne und Gebelle und Beschnuppern. Mama Bella hat zwischendurch immer mal wieder gekläfft. Vielleicht hat sie gedacht, wir bleiben jetzt alle da und ihre relativ (Arni ist ja noch da) friedlichen Tage sind gezählt. 

Bei mir haben manche Menschen gefragt, ob ich die taube bin. Ich hätte mich ja ganz gut gemacht. Glaubt mir, Leute, ich bin wirklich nur taub und ansonsten der Welt größte Biggy.

Dann ist da noch was komisches passiert. Basco hat mir ja ganz viele Sachen beigebracht, die wir Hunde von einander wissen müssen. So hat er mir auch beigebracht, daß ich mich auf den Rücken legen muß, wenn ich nicht kämpfen will oder der Angreifer zu stark ist. Der andere Hund weiß dann sofort, das er mit dem Zwicken oder Beißen aufhören muß. Bloß bei einer von meinen Schwestern hat das nicht geklappt. Ich meine, sie muß mich ja nicht lieben, aber die Regeln sollte sie doch kennen, auf jeden Fall lernen. Sonst kriegt sie bestimmt mal 'ne Menge Ärger.

Beim SpaziergabgDen Schreck habe ich bald vergessen, wie wir dann alle zu einem langen Spaziergang durch die Feldmark und im Wald losgezogen sind: wir das heißt: Mama Bella, 8 ihrer zwölf Welpen, ein Besuchshund und mein Basco und alle unsere Menschen dazu. War das toll! Wir durften fast alle ohne Leine laufen, auch ich. Ich bin auch nicht weggelaufen. War zwar meistens ganz vorne,  hab aber immer geguckt, wo die anderen bleiben. 

Geschwitzt haben wir alle ganz schön, der Planet hat nämlich mächtig gebrannt. Herrchen und Frauchen haben immer gesagt, unsere Biggy braucht dringend einen Teich. Den habe ich zwar nicht gefunden. Aber eine himmlische Pütze, gerade so groß, daß ich mich reinlegen konnte, und so tief (vielleicht 5 cm) und brackig, daß ich hinterher aussah wie ein Erdferkel. Die Menschen haben alle gelacht und gerufen, bleib bloß weg von mir! Das war mir sowas von egal. Mir ging es jedenfalls danach viel besser.In der Pfütze

Als wir dann wieder bei Bella und Arni Zuhause waren, haben wir uns alle ganz, ganz kurz ausgeruht und dann weiter getobt. Ich war immer dabei und hab mich pudelwohl gefühlt. Der arme Basco war schon ordentlich geschafft und hätte gerne ein Nickerchen gemacht. Konnte er aber leider nicht. Ein paar von meinen Brüder meinten nämlich, sie müßten ihre Manneskraft an mir ausprobieren. Das wollte ich aber nicht, ich weiß doch auch gar nicht wozu das gut sein soll. Aber mein geliebter Basco hat mich errettet. Er hat seine müden Knochen in Bewegung gesetzt und den Knaben unmißverständlich klar gemacht: Mit Biggy nicht! So ein großer Bruder ist doch eine feine Sache.
Müde

Langsam ging dann unser Treffen zu Ende und auf der Heimfahrt habe ich nur geschlafen. Basco war immer noch aufgeregt und hat die ganze Zeit aus dem Fenster geguckt. Zuhause haben wir beide nur noch gefressen und dann aber Siesta bis zum nächsten Morgen. 

Ach ja: meine Menschen haben mich abends noch mal kurz zum Pipimachen geweckt - sonst hätte ich das auch noch verschlafen! 
 

Also bis denne - Eure Biggy
 
 

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