OncoLink:
Lymphosarcoma in Dogs
Lymphatisches Sarcom bei Hunden
Übersetzt ins Deutsche v. P. Kühlechner, 1999, ohne Gewähr
Author: Clinical Oncology Service
Affiliation: Veterinary Hospital of the University of Pennsylvania
(VHUP)
Posted Date: January 11, 1998
Last Revision Date: Monday, 21-Dec-1998 11:20:57 EST
Copyright © 1994-1999, The Trustees of the University of Pennsylvania
Lymphosarcoma ist die dritt häufigst diagnostizierte Krebsart
bei Hunden. Es ist ein Krebs der Lymphozyten (Typ der Blutzellen) und des
lymphatischen Gewebes. Lymphatisches Gewebe kommt ganz normal an vielen
Stellen des Körpers vor, wie z.B. in den Lymphknoten, in der Milz
und der Leber, Verdauungstrakt und Knochenmark.
Der durchschnittliche Hund mit Lymphosarcoma ist zwischen 6 und 9 Jahre
alt, obwohl Hunde in jedem Alter betroffen sein können. Bestimmte
Rassen (Boxer, Deutscher Schäferhund, Golden Retriever, Scotties,
Westies und Pointer) sind etwas anfälliger für diese Art von
Krebs. Das Risiko ist bei männlichen und weiblichen Tieren das
gleiche. In den meisten Fällen kann man die Ursache für Lymphosarcoma
nicht feststellen.
Arten von Lymphosarcoma
Lymphosarcoma kann in 5 verschiedene Formen aufgeteilt werden, die
davon abhängen, wo der Tumor zum ersten Mal (predominant) aufgetreten
ist.
Äußere Lymphknoten:
Die verbreitetste Form ist die mit der Beteiligung eines oder mehrerer
der äußeren Lymphknoten. Manche Hunde mögen sich gar nicht
krank fühlen oder haben nur schwache Anzeichen wie Müdigkeit
oder verminderten Appetit. Andere Hunde zeigen deutlichere Anzeichen wie
Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall, starken Durst oder Harndrang, schwachen
oder schweren Atem.
Die Deutlichkeit der Anzeichen hängen von der Größe
des Tumors ab und davon, ob der Krebs bereits organische Funktionen verändert
hat. In vielen Fällen ist das einzige erkennbare Zeichen eine Vergrößerung
der Lymphknoten unterhalb des Nackens, hinter den Knien oder vorne an den
Schultern. Andere Organe, wie Leber, Milz und Knochenmark können bereits
betroffen sein.
Gastrointestinaler Bereich (Verdauungstrakt):
Eine zweite Form ist die Befallenheit des gastrointestinalen Bereiches.
Hunde mit dieser Form von Lymphosarcoma leiden an Erbrechen, Gewichtsverlust
und Apetitlosigkeit.
Mediastinal:
Das Mediastinum ist ein Begriff, der für die besondere Ansammlung
von Lymphgewebe im Brustkorb benutzt wird. Hunde mit dieser Form von Lymphosarcoma
können oft an ihren Atembeschwerden oder übermäßigen
Durst bzw. Harndrang erkannt werden.
Haut:
Lymphosarcoma kann auch in der Haut beginnen. Dies nennt man Cutaneous
Lymphosarcoma
(Lymphatisches Sarcom der Haut). Hunde mit diesem Lymphosarcoma bekommen
eine flockige, schuppige, gerötete Haut mit Juckreiz. Sie können
auch Verdickungen in der Haut haben, die sich zu Geschwüren ausbilden
und sehr unangenehm sein können. Fußsohlen und -ballen können
ebenfalls befallen sein. Andere Organe wie Lymphknoten, Leber, Milz und
Knochenmark sind unterschiedlich stark eingebunden.
Knochenmark:
Wenn sich der Krebs auf das Knochenmark beschränkt, nennen wir
ihn Leukämie. Gewöhnlicherweise macht sich dies beim Hund durch
eine verminderte Anzahl der normalen Zellen bemerkbar, die im Knochenmark
produziert werden ( rote Blutörperchen, die den Sauerstoff transportieren,
weiße Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen und Blutplättchen,
die bei der Gerinnung helfen. Blutarmut (Anämie), Infektionen
und Blutungen sind verbreitete Anzeichen.
Diagnose / Erste Bewertung:
Eine gründliche Untersuchung eines Hundes, der im Verdacht steht,
Lymphosarcoma zu haben, beinhaltet eine Biopsie oder Entnahme des betroffenen
Gewebes und die Suche nach Tumoren an anderen Stellen. Eine
komplette Leukozythenzählung (CBC, Complete Blood Count), ein Serum
Profil und eine Urinanalyse werden immer durchgeführt und geben wichtige
Informationen bezüglich der Auswirkung des Krebses auf Körperfunktionen
sowie zur Verträglichkeit des Patienten für eine Chemotherapie.
Eine Ultraschall-Untersuchung des Körpers gibt Aufschluß
über die mögliche Befallenheit von Leber, Milz, innerer Lymphknoten
und des Darmtraktes. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes gibt Auskunft
über vergrößerte Lymphknoten, Befallenheit der Lunge oder
vergrößertes Mediastinum. Mit einer Entnahme des Knochenmarks
wird überprüft, ob dieses befallen ist.
Wenn all diese Ergebnisse vorliegen, können wir über die
geeignete Behandlung dieses individuellen Hundes nachdenken.
Behandlung und Prognose
Chemotherapie ist der Mittelpunkt bei einer Behandlung von Lymphosarcoma.
Lymphosarcoma spricht auf Chemotherapie sehr gut an, und bei 80 % aller
behandelten Hunde tritt eine Entlastung (Remission) ein. Remission ist
dabei definiert als das komplette Verschwinden von feststellbarem Krebs.
Die Remission ist dabei keine Heilung, aber sie ermöglicht dem
Hund ein gutes Leben.
Dies ist deswegen wichtig zu wissen, weil die Chemotherapie nicht abgebrochen
werden darf, wenn die Remission erreicht ist. Die Dauer der Remission hängt
von mehreren Faktoren ab, an erster Stelle davon, wie krank der Hund beim
Beginn der Therapie ist und wie weit sich die Krankheit bereits ausgebreitet
hat.
Für jene Hunde mit dem verbreitetsten Typ (Vergrößerung
der äußeren Lymphknoten),
hält die Remission durchschnittlich etwa 8-10 Monate an, mit einer
insgesamten Überlebensdauer von etwa einem Jahr.
Medikament und Verabreichung hängen davon ab, wie agressiv sich
der Krebs verhält, wie krank das Tier am Anfang der Behandlung ist
und ob bereits Abnormalitäten bei organischen Funktionen vorhanden
sind (besonders wichtig sind Veränderungen der Leber- und Nierenfunktionen)
Bei einem typischen Verlauf erhält der Hund wöchentliche
Behandlungen über die ersten 4 bis 6 Monate. Verschiedene Medikamente
(L-asparaginase, vincristine, Cytoxan und Adriamycin)
werden abwechselnd verabreicht, um die Chance zu verringern, daß
Tumorzellen resistent werden und um die Gefahr von Nebenwirkungen zu reduzieren.
Einige der Medikamente werden als Injektion verabreicht, andere werden
oral eingenommen (kann zu Hause gemacht werden).
Wenn der Hund für 4 - 6 Monate in der Remission bleibt, werden
die Behandlungsintervalle auf 2 Wochen verlängert. Nach einem Jahr
werden die Medikamente für weitere 6 Monate alle drei Wochen verabreicht.
Wenn der Hund nach 1 ½ Jahren immer noch in der Remission ist, wird
die Behandlung abgebrochen. Nur 10-15% aller Hunde erreichen allerdings
den Zeitpunkt, an dem über den Abbruch der Behandlung nachgedacht
werden kann.
Falls ein Hund aus der Remission herauskommt, kann man versuchen, ihn
in diesen Zustand zurückzubringen, indem man die Medikamente wechselt
oder die bisherigen anders zusammenstellt. Allerdings ist die Chance, einen
Hund zum zweiten Mal in die Remission zu bringen, geringer als beim ersten
Mal, und die Gefahr von Nebenwirkungen ist größer.
Allerdings gibt es auch Hunde, die darauf ansprechen und somit noch
etwas Zeit erhalten.
Die meisten Hunde vertragen die Chemotherapie gut und zeigen minimale
Nebenwirkungen. Ernste Nebenwirkungen zeigen sich nur bei ca. 10 - 15 %
der behandelten Patienten.
Diese beinhalten Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit, Durchfall,
extreme Müdigkeit oder Infektionen. Unter Umständen kommt auch
Haarausfall oder vermindertes Fellwachstum vor.
Adriamycin kann bei Mehrfachanwendung Herzmuskelschäden verursachen,
jedoch bekommen die meisten Hunde nicht genug dieser Medizin verabreicht,
um hier Bedenken haben zu müssen.
Cytoxan kann bei einem kleinen Prozentsatz der Hunde zu Harnblasenreizung
führen. Falls dies Eintritt, macht sich das durch Veränderunegn
beim Harnlassen bemerkbar (Blut im Urin, verstärkter Harndrang, häufiges
Urinieren). Sehen Sie hierzu auch unsere Broschüre „Chemotherapie
bei Kleintieren".
Allgemeiner Hinweis:
OncoLink wurde für Ausbildungszwecke entwickelt und betätigt
sich nicht als medizinischer Ratgeber oder professioneller Dienstleister.
Diese Informationen sollten nicht zur Diagnose oder Behandlung von Gesundheitsproblemen
oder Krankheiten eingesetzt werden. Sie sind kein Ersatz für professionelle
Betreuung. Wenn Sie glauben, daß sie ein Gesundheitsproblem haben
oder haben könnten, dann konsultieren Sie bitte den Arzt.
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