Tele-Vibrator selbstgebaut 
P. Kühlechner, Dalmaweb
 
Car 
Keine Angst - Sie sind nicht auf der falschen Seite gelandet, aber genau mit diesem Spielzeug geht es los.  
Denn: 
Irgendjemand hatte mal die Idee, per Funk ausgelöste Vibrationen zu benutzen, um die Aufmerksamkeit eines tauben Hundes zu erwecken. Ich habe diese Idee aufgegriffen und es in der Praxis ausprobiert - zumindest was den Bau des Gerätes betrifft. 
Grund-Idee dabei ist, keine Kenntnisse in Funkelektronik zu benötigen und einen kleinen Geldbeutel zu haben. Ein bißchen 'normales' Heimwerkergeschick ist angebracht. 

Vorab ein klein wenig Theorie: 
Wenn wir die Aufmerksamkeit eines tauben Hundes erwecken wollen, brauchen wir optischen oder körperlichen Kontakt. Den optischen haben wir schon abgehandelt, der körperliche funktioniert nicht, wenn der Hund nicht in Reichweite (im wahrsten Sinne des Wortes) ist. Tele-Kommunikation ist also angesagt. Mit dem Handy hat unser Hund nicht viel am Hut (zumindest meiner würde nicht abnehmen), also brauchen wir was anderes. Über die Entfernung hinweg anzuklopfen - das wär's. Irgendetwas, was der Hund spürt - aber ihn nicht erschrickt oder gar weh tut. Zum Beispiel eine Vibration am Halsband !? 

Wie entstehen Vibrationen? Unter anderm durch Unwucht. Wenn ein Motor nicht 'rund' läuft, wackelt oft das ganze Auto. Und auf diesem Prinzip baut diese Idee auf. Ein Motor am Halsband unseres Hundes, der nicht 'rund' läuft, und den man per Funk auslösen kann. 
Ich habe keine Ahnung, wie so etwas funktioniert, geschweige denn, wie man so etwas baut. 
Aber es gibt doch schon solche Sachen, zumindest vom Prinzip her: funkgesteuerte Spielzeug-Autos. Darin muß doch die ganze Technik sein, die man für die Realisierung einer solchen Idee braucht. Also los. 

Die Anschaffung: das billigste, ferngesteuerte Auto, das ich bei Karstadt gefunden habe, war der oben abgebildtete Jeep. Er kostete DM 19.95. Mehr habe ich nicht gekauft. 
Alles andere wollte ich dann sehen ( und, um es vorweg zu nehmen, ich brauchte nichts mehr, außer meiner Phantasie). 
 

Nachdem wir unserem Hund nicht den ganzen Jeep um den Hals binden wollen, wird dieser zuerst zerlegt. Bereits nach dem Abbau der Karosserie sehen wir die Elektronik, auf die es uns ankommt: die Empfänger-Platine mit Antenne.
Das bauen wir jetzt auch noch auseinander und kommen so an den Motor, der in diesem Fall unter der Platine angebracht war. Das rote Teil im Chassis ist der Ein-/Ausschalter, der auf der Platine einen Kontakt schließt. In unserem Beispiel verwenden diesen Schalter nicht, sondern schließen später den Kontakt auf der Platine mit einem Tropfen Lötzinn.
Um nun besser arbeiten zu können, wird der Motor abgelötet. Auf dem Bild sehen wir noch das Zahnrad auf der Achse, das wir jetzt abziehen und durch einen Stellring ersetzen, anstelle der eigentlichen Imbus-Schraube verwenden wir jetzt eine passende, größere Schraube, die die eigentliche Unwucht bewirkt. 
Zusätzlich kann der Stellring auch noch einseitig abgefeilt werden. Solche Stellringe bekommen sie in jedem Modellbauladen. Allerdings können Sie alles verwenden, was irgendwie eine Unwucht herstellt (Metallstück ankleben/anlöten usw.)
Wenn das Auto keine Nullstellung hat, sprich wenn der Motor immer läuft und über die Fernsteuerung nur Vorwärts/Rückwärts geschaltet werden kann, brauchen wir jetzt doch noch etwas Elektronik: eine Diode, die in eines der beiden Kabel zum Motor zwischengelötet wird, so kann der Strom nur in eine Richtung fließen. Ausprobieren, wie die beste Position ist, so daß sie beim Drücken der Fernbedienung Kontakt bekommen! Die Diode habe ich aus einem defekten Radio ausgebaut. Am sichersten ist es jedoch, wenn Sie beim Kauf darauf achten, daß das Auto eine Nullstellung hat.
In diesem Beispiel habe ich die Batteriehalterung aus dem Auto nicht verwendet, sondern aus Platzgründen eine eigene eingesetzt, einen Anschluß an die Platine gelötet (aus einem defekten Radio). Als Ein-/Ausschalter verwende ich eine Minischalter aus einem kaputten Spielzeug. Als Gehäuse nehme ich eine Schraubenschachtel, zum Auspolstern Schaumstoffreste.
Jetzt wird alles sauber verlötet und eingebaut. Zuerst wird der Schalter in das Gehäuse eingebaut. Dann kommt zuunterst die Platine, über ein kleines Loch wird die Antenne nach draußen geführt. Der Motor wird mit Plastikband isoliert und mit Doppelklebeband am Gehäuse fixiert. Zuoberst liegen die Batterien, so daß man bei Bedarf leicht wechseln kann.
Jetzt noch den Deckel drauf und sicherheitshalber mit Tesaband zukleben. An den Boden habe ich noch einen Griff von einer zweiten Schachtel geklebt, so daß das Halsband durch zwei Schlaufen geführt werden kann. Das Ganze ist jetzt etwas höher aber nicht ganz so groß wie eine Zigarettenschachtel. Das Gewicht ist incl. Batterien exakt 100 gr (zum Vergleich: ein Gliederhalsband wiegt 180 gr)
Alles zusammen hat der Spaß gerade DM 20.- gekostet. Selbst wenn Sie noch Teile, die ich hatte, dazukaufen müssen, kommen Sie kaum auf mehr als DM 25.-, dazu noch die Batterien (2 x Mignon 1,5 V und ein 9V-Block für den Sender). 
Versierte Bastler können sicherlich noch mehr minimieren, z.B. noch kleinerer Motor, Knopfzellen statt Batterien usw. Mit ein bißchen Phantasie läßt sich bestimmt noch einiges machen.
 
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