Das ist Harley, der Kumpel von Cricket. Beide leben in Alberta, Canada.
Cricket ist taub, ein Findelkind und wurde von Harley's Frauchen aufgenommen.
Die Besitzerin von Harley und Cricket hat ihre Geschichte und die Ausbildung eines tauben Dalmatiners aufgeschrieben.
Das Original finden Sie unter:
http://www.geocities.com/Heartland/Plains/9576/index.html
Eine sehenswerte Seite, auch wenn man des Englischen nicht so mächtig ist.
 
 
 
Das Training von Cricket, einem tauben Dalmatiner
 

Hier kommt ein bißchen von dem, was Cricket gelernt hat. Sie ist wirklich schnell beim Annehmen von neuen Zeichen, aber sie kann auch manchmal ziemlich stur sein. 
Eine Freundin von mir hat Erfahrungen mit tauben Kindern. Ich konnte kaum glauben, wie ähnlich sich Kinder und Hunde sind. Zum Beispiel: sie kümmerte sich um ein taubes Kind, das die Angewohnheit hatte, seine Augen zu bedecken, wenn sie mit ihm sprechen wollte (Zeichen). Nun, Cricket macht irgendwie das gleiche! 
Um ihre Aufmerksamkeit zu kriegen, stampfe ich mit dem Fuß auf den Boden. 
Um sie wissen zu lassen, daß ich es ernst meine, also wenn sie etwas vor hat, was sie besser bleiben lassen sollte, dann stampfe ich zweimal. 
Da gibt es Zeiten, in denen sie mich einfach ignoriert. Sie will nicht zu mir herschauen weil sie nicht auf die Zeichen hören will. Ich weiß, daß sie das Stampfen auf dem Boden fühlt, denn sie zuckt und duckt sich. Aber dann ignoriert sie mich! Manchmal sehe ich, wei sie aus den Augenwinkeln zu mir schaut - und dann schaut sie weg. So als ob sie sagen wollte "Ich kann Dich nicht hören!". Aber größtenteils folgt sie den Kommandos. 
Hier nun das, was sie bisher gelernt hat. Diese Liste ist etwa auch in der Reihenfolge, wie sie es gelernt hat. 
 

Das erste Zeichen war "Hallo" oder "Braves Mädchen". Ich gab ihr das "Braves Mädchen"-Zeichen regelmäßig während des ganzen Tages. Sie fand heraus, daß dieses Zeichen jede Menge Tätscheln, Küßchen und Streicheleinheiten bedeutete. 
Wenn Cricket neue Menschen kennenlernt, lernen diese auch als erstes dieses Zeichen. 
 

Nummer 2 war natürlich das "Nein"-Zeichen. Cricket lernte dieses Zeichen schnell! 
Ein neues Zuhause zu haben bedeutete für sie auch gleichzeitig neue Regeln. Wir glauben, Cricket war rund ein Jahr alt, als wir sie zu uns nahmen, so war sie also aus dem Welpen-Spielzeug lange herausgewachsen. Sie war nie ein Kauer. Sie liebte ihre Kunststoff-Knochen aber sie kaute nie an Sachen der Menschen. Sie hatte ein paar ärgerliche Angewohnheiten, so wie ich es von einem anderen Hund her nicht kannte. Trinken aus der Kloschüssel war eine dieser Angewohnheiten. Harley hat nie aus der Kloschüssel getrunken. Er hatte immer eine riesige Wasserschüssel, die immer sauber und gefüllt war, so daß es nie einen Anlaß gab, ins Bad zum Trinken zu gehen. Er hat es einfach nie gelernt, aus dem Klo zu trinken. 
Eine andere schlechte Angewohnheit von Cricket war es, an der Tür zu kratzen, wenn sie raus oder rein wollte. In meiner Geschichte über Cricket schrieb ich schon über die Probleme, die ich mit ihr nachts nach Einbruch der Dunkelheit hatte. Wenn sie nachts nach draußen ging, dan bellte sie ... und bellte ... und bellte. Sie traute der Dunkelheit nicht. Und Licht anzumachen, machte es eher schlimmer. Das ergab Schatten, die ihr folgten und sich mit ihr bewegten. Das war ihr unheimlich. 
Um dieses Bellen abzustellen oder es wenigstens unter Kontrolle zu bringen, ging ich zusammen mit ihr raus. Ja, sogar morgens um halb vier. Wenn sie bellte, gab ich ihr das "Nein"-Zeichen. Aber ich habe immer überprüft, was sie angebellt hat. Das hat dazu geführt, daß sie sich jetzt nachts draußen etwas wohler fühlt, bellte aber hin und wieder doch noch. Bei dieser Gelegenheit merkte ich auch meinen ersten Fehler. Durch das Nein-Zeichen zum Bellen draußen und nachts, kam sie auf die Idee, überhaupt nicht mehr zu bellen. 
Zurück zum Thema Kratzen an der Tür. Harley hat immer gebellt, um raus- oder reingelassen zu werden. Cricket will an der Tür nicht bellen. Tatsächlich bellt sie niemals nach mir. Ich habe zwar ein "Laut"-Zeichen, aber sie bellt nicht. Ich glaube, sie hat das Nein-Zeichen für das Bellen einmal zu viel bekommen. Meine Schuld. 
Das ist eine Sache, an der wir noch arbeiten. 

Nummer 3. Das "Futter"-Zeichen. Das hat sie auch in Lichtgeschwindigkeit gelernt. Sie liebt ihr Futter! Ich schließe einfach meine Hand und führe sie an meinen Mund. Das ist ihr "Futter"-Zeichen. 

Nummer 4. Das "Komm-hier"-Zeichen. Das war einfach, weil sie kannte bereits das Futter-Zeichen, und sie wurde immer gehätschelt und gelobt, wenn sie kam. 

Jetzt, nachdem sie die grundlegenden "Ja" und "Nein" und das Futter-Belohnungs-System kannte, war der Rest ein leichtes, glaube ich. 

"Draußen" oder "Gassi": Immer, wenn wir rausgingen oder sie an der Türe kratzte, zeigte ich ihr dieses Zeichen. Zeige und Mittelfinger zeigen nach unten und machen eine laufende Bewegung. 
 
Sie lernte "Sitz". Das muß sie zuerst machen, bevor sie Futter oder Leckerchen bekommt. Ihr Sitz-Zeichen ist, wenn ich mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand auf den Rücken der linken Hand tippe. 

Das nächste war "Bleib" und "Platz". Genauso wie bei der Ausbildung eines hörenden Hundes. "Bleib" ist die offene Handfläche in ihre Richtung, "Platz" ist die offene Handfläche nach unten. 

Und irgendwann zu dieser Zeit lernte sie auch "Herrchen". Sie weiß, Herrchen ist zu Hause. Sie rennt dann zur Tür und wartet dort, bis er reinkommt und sie mit "Hallo, Braves Mädchen" begrüßt. 

"Küßchen": Ja, Cricket gibt Küßchen. Einfach mit den Lippen einen Kuß-Mund machen und Cricket gibt Küßchen. 

Cricket und Harley haben eine Bank vor dem Wohnzimmerfenster. Cricket hat eine "Schau-mal"-Zeichen, indem ich mit Zeige- und Mittelfinger auf meine Augen zeige. Sie läuft dann zu dieser Bank und schaut nach, was los ist. 

 
Im Frühsommer arbeiteten wir an "Brings". Das war einfach, denn sie brachte alles, was ich wegwarf. Seile, Bälle, Stöcke. Ich braucht nur noch ein Signal zuzuordnen. 
Ich strecke meine Hand aus, schließe sie und bringe sie an meine Brust. So als wollte ich etwas ergreifen und an mich ziehen. Einige Hunde sind geborene Apportierer, und andere lernen es nie, etwas zu holen! Cricket liebt das Apportieren. Sie dazu zu bekommen, den Ball wieder los zu lassen, ist manchmal schwierig, aber sie holt ihn jedesmal. 

Cricket kennt auch ein Zeichen für "Bett-Zeit". Sie und Harley schlafen im gleichen Zimmer wie ich, aber sie haben ihre eigene Betten auf dem Boden neben meinem. 
Mit dem letzten Rundgang durchs Haus und kurz bevor ich die Lichter ausmache, gebe ich das "Bett-Zeit"-Zeichen. Sie weiß, was es heißt. Zeit, um zu ihrem Bett und ihrer Decke zu gehen. 

"Fuß": Zuerst benutzte ich das "Komm-hier"- und "Sitz"-Zeichen hintereinander. Crciket kam zu mir gelaufen und setzte sich vor mich. Schwanzwedelnd und auf tätscheln wartend. Aber ich habe das geändert. Ich gebe ihr das "Komm-hier"-Zeichen und zeige dann gerade hinunter auf den Boden an meiner linken Seite. Sie hat gelernt, daß dies "Fuß" bedeutet. Wie immer habe ich Häppchen-Belohnung eingesetzt, um ihr das beizubringen. 

Nun, das sind 10 oder 11 Zeichen. Sie hat sie alle in den ersten 4 Monaten, in denen sie bei uns war, gelernt. Sie ist sehr klug. Und lernt schnell. Ich habe festgestellt, daß ein tauber Hund sich nicht sehr von einem hörenden unterscheidet. Harley hört perfekt. Er holt immer noch Cricket zu mir, wenn sie mal wieder mit irgend etwas im Garten beschäftigt ist. Es ist kaum möglich, im Garten mit dem Fuß zu stampfen. Ich habe da eine Schachtel Tennisbälle. Wenn sie mir den Rücken zudreht und ich sofort ihre Aufmerksamkeit will, werfe ich einen Tennisball nach ihr. Ich habe nie eines jener speziellen Halsbänder benutzt. Zuerst wollte ich mir eines zulegen, aber ich konnte nur solche mit Schocks finden. Und ich kann sie einfach nicht schocken. 

Natürlich verlassen wir das Haus nicht ohne Leine. Sie ist nie ohne Begleitung draußen, aus einfachen Gründen. Sie kann Gefahren wie Maschinen oder Fahrzeuge nicht hören. Sie hatte einen eingezäunten Garten mit geschlossen Toren, um die Gefahr, daß sie auf die Straße läuft, zu minimieren. 

Erschrickt sie leicht? 

Ich habe all die Informationen gelesen, die es im Internet zu tauben Hunden gibt. Ein Problem mit tauben Hunden ist, daß sie sich leicht erschrecken. Ich habe gelesen, daß sie sanft oder mit Leckerchen geweckt werden sollen. Ich habe das nicht gemacht. Wenn Cricket schlief, weckte ich sie absichtlich. Zu Anfang sprang sie regelrecht aus ihrem Schlaf und war durcheinander. Das machte sei eine ganze Weile. Wenn sie tagsüber ein Nickerchen machte, strich ich ihr mit der Hand den Rücken lang um sie zu wecken. Wenn sie aufsprang, bekam sie sofort das "Brave Mädchen"-Zeichen und jede Menge Liebkosungen. Sie ist jetzt an dem Punkt angekommen, wo sie beim Aufwachen ihren Kopf hebt, mich anschaut und dann weiterschläft. So als wollte sie sagen. "Ach Du bist es  ... ich schlafe weiter!". 

Etwas anderes, was ich immer wieder gemacht habe, ist sie absichtlich zu erschrecken. Ich habe mich immer an sie herangeschlichen und ihr einen Klaps auf den Hintern gegeben. Wenn sie dann aufsprang, habe ich das "Brave-Mädchen"- Zeichen gegeben und sie sehr gelobt. Einige Leute mögen dem nicht zustimmen. Ich weiß, das erschreckt werden nicht spaßig ist. Als Kinder erschreckten wir uns die ganze Zeit gegenseitig. Um die Ecke hüpfen und "Buh!" schreien war lustig, wenn man es selbst machte, aber man konnte sein Herzstillstand spüren, wenn es einem selbst passierte. 
Bei Cricket will ich, daß sie positiv reagiert. Und sie tut das jetzt. Zu Anfang war sie meist nervös. Ich will nicht, daß sie sich zu einem jener Beißer entwickelt, wie manche der tauben Hunde, von denen ich gelesen habe. Bis jetzt hat sie noch keinerlei Zeichen von Beißen gezeigt. 
 
 

Zeig mir das Zeichen! 

Was sind Handzeichen? Viele Leute sagen, benutze doch die ASL (American Sign Language). Ich hatte keine Idee, was das war. Da waren so viele Zeichen, die man lernen mußte, und ich hatte einfach nicht die Zeit dazu. Für die Sitz-, Bleib- und Platz-Zeichen benutzte ich einfach die Standard Hundezeichen. Die gleichen, die ich auch für Harley benutzte. Und die restlichen entwickelte ich im Laufe der Zeit. 
Ich fand, daß Einhand- leichter sind als Zweihand-Signale. Und einige Zeichen müssen aus der Ferne erkannt werden, so daß ich darauf achten mußte, daß sie groß genug waren. Egal welche Zeichen man benutzt, man muß daran denken, daß man konsequen bleibt. Einige von Crickets Handzeichen sind am Ende dieser Seite zu finden. 
 
 

Was sagt Ihr Gesicht?  

Denken Sie an Ihr Gesicht? Der Gesihctsausdruck ist sehr wichtig. Cricket kann ein Nein-Zeichen von meinem Gesicht ablesen, bevor ich das Zeichen gegeben habe - nun ja, meistens. Und ich sage Freunden und der Familie immer wieder, sie sollen lächeln und mit dem Hund reden, wenn er sie anschaut. "Wieso? Sie kann mich doch gar nicht hören!". Aber sie liest im Gesicht mehr als aus den Zeichen, die man ihr gibt. Ich spreche zu ihr seit dem ersten Tag. Genauso wie ich zu Harley spreche. 
 

Wer bin ich? 

Ich möchte gerne festhalten, daß ich kein professioneller Trainer bin. 
Cricket ist der erste taube Hund, den ich habe. Ich wußte nicht, daß sie taub ist, als ich sie aufgneommen habe und, ich hasse es zu sagen, aber als ich dann wußte, daß sie taub ist, hätte ich sie beinahe aufgegeben. 
Ich hätte mir sicherlich einiges entgehen lassen, denn sie ist ein wunderbarer Hund. 
Aber es braucht viel Hingebung und Geduld, um einen Hund ohne Gehör zu erziehen. Es ist viel Arbeit und Sorge. Ich wußte nicht, ob ich das packe. Cricket und ich lernen immer noch. Es gab nicht viel Informationen zur Erziehung von tauben Hunden, als Cricket zu uns kam. Nicht gerade viele Leute, die man einfach anrufen und frage kann "Wie machst Du das?" oder "Was ist mit diesem und jenem?". 
Ich hoffe, daß diese Seite ein paar Fragen von jenen, die nach Informationen zu Erziehung suchen, beantwortet. Heute gibt es bereits wesentlich mehr Informationen. 
Schauen Sie auch auf die Links Page für Links zu Tauben Hunden. 
Besuchen Sie auch das  Deaf Dog Message Board. Stellen Sie Fragen oder geben Sie hilfreiche Tips, von denen Sie glauben, daß sie anderen Besitzern von tauben Hunden helfen können. 
(Anmerkung: die links sind natürlich englisch) 

Ich habe noch Bilder von mehr Zeichen und werde diese Einscannen und hier zur Verfügung stellen, also bitte Geduld und bleiben Sie dran. 
 

 November 14th 1998, Cricket & Harley's Mom 
 

Hier sind einige der Handzeichen, auf die Cricket reagiert ..
Dies ist das allgemeine Handzeichen  "I Love You". Es sagt Cricket "Braves Mädchen" und "Hallo"
Zeige- und Mittelfinger zeigen nach unten und machen Bewegungen wie beim Laufen. Das ist Crickets Zeichen für Gassi-Gehen. Einer seiner Favoriten!
 
Das "Bleib"-Zeichen ist die offene Handfläche in Richtung Cricket.
 
Cricket hat nicht viele Zeichen mit zwei Händen. Ich finde die Eihandzeichen leichter. Für "Sitz" benutze ich diese zwei Finger der rechten Hand und tippe auf den Rüken der linken Hand.
Wir benutzen das Schau-mal-Zeichen wenn jemand an der Tür oder vor dem Haus ist. Ich nehme diese beiden Finger und zeige damit auf meine Augen.
 
Dieses ist Crickets Zeichen für "Platz". Offene Handfläche richtung Boden.
 
Cricket's "Nein"-Zeichen, der Zeigefinger hin und her bewegt. Es ist wie der Buchstabe "Z" im ASL.
 
 
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