Warum ein Löwe ?

Irgendwie hat man sich an den Anblick gewöhnt: Auf einem Denkmal steht entweder eine berühmte Persönlichkeit oder ein Löwe. Bei den großen Persönlichkeiten liegt der Grund auf der Hand - aber wieso immer wieder ein Löwe?

Loewe
 

Die Denkmalforscher haben hier eine interessante Erklärung parat:
Mit der Wahl eines Löwen als Sinnbild werde unterschwelig Bezug auf eine religiöse Symbolik genommen. Bis ins 2. Jahrhundert geht die theologische Tradition zurück, die vier Evangelistensymbole auch auf Christus zu beziehen, der bei der Geburt ein Mensch, im Sterben ein Opfertier, im Auferstehen ein Löwe und bei der Himmelfahrt ein Adler war.  

Mit den Ausnahmen der nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen Gedächtnisstellen, belegen sowohl Adler wie auch Löwendenkmal die "Heroisierung", d.h. die Tendenz zur Verherrlichung des Soldatenberufes und bestimmter Tugenden einschließlich des "verselbständigten" (d.h. auch militärisch sinnlosen) Todesmutes. Die Gefallenen wurden also nicht als Opfer betrachtet, sondern im Gegenteil als Helden glorifiziert.
Man sprach bis zum 2. Weltkrieg auch nicht von einen Ehrenmal sondern von einem Kriegerdenkmal oder einer Heldengedenkstätte.

Je nach Ereignis, an das erinnert werden sollte, wurde z.B. bei Siegen ein stehender Löwe oder bei Niederlagen und hohen Verlusten ein liegender Löwe dargestellt. 
Letzterer sollte dabei immer den Eindruck vermitteln, dass er sich für ein höheres Ziel nach schwerem Kampf heldenmutig geopfert hat. Die Symbolik der Auferstehung soll gleichzeitig vermitteln, dass dieses Opfer nicht sinnlos war.
                                                               
P. Kühlechner, 1999